Finest Place im Fokus: The New Majestic Singapore

Auch Singapur hat ein Chinatown. Doch anders als in New York oder London umgibt die hiesige Variante neben chinesischen All-Waren-Discountern zugleich ein spektakuläres Designhotel - das ein um das andere Mal einen gekonnten Bogen zwischen historischem Vermächtnis und zeitgenössischer Hotel-Philosophie schlägt.

Ganz in diesem Sinne prasselt bereits in der Lobby ein erster Ansturm von  Kreativität auf uns ein. Denn hier, wo ein Gemisch aus futuristischer Designkunst und architektonischen Überbleibseln der Kolonialzeit aufeinander treffen, möchte man kaum angekommen doch am liebsten gleich verweilen, es sich zwischen den stilvollen Vintage und Designer Möbeln aus den zwanziger bis sechziger Jahren gemütlich machen, um wie von einem Kunstwerk berauscht das Drumherum mit allen Sinnen zu genießen.

Allzu gemütlich machen sollte man es sich dabei jedoch nicht, steht die nächste Hürde doch bereits bevor: zwar bietet das „Majestic“ mit dreißig Zimmern ein verhältnismäßig kleines Repertoire an Schlafgelegenheiten, doch versteht sich ein jedes hiervon als einzigartige Symbiose von Kunst und Architektur. Ein Anspruch der nicht zuletzt auch dem Tatendrang der weltweit aufstrebenden Künstlerbewegung Singapurs zu verdanken ist, die sich mit Leidenschaft und Engagement an der innenarchitektonischen Umsetzung maßgeblich beteiligt hat. Für welchen der vier Zimmer-Typen man sich letztlich entscheidet hängt somit neben spezifischen Design-Vorlieben auch von der entsprechenden Experimentierfreudigkeit eines jeden Einzelnen ab. Doch egal, ob man sich  im „Mirror Room“, „Hanging Bed Room“, „Aquarium Room“ oder „Loft Room” zu Nächtigen entscheidet, den Wow-Effekt haben alle Zimmern gleichermaßen inne. Von in der Luft hängenden Betten und Kupferbadewannen über endlose Spiegel-Streifen bis zu transparenten Badezimmern im Aquarium-Stil, samt ausufernden Blicken von der Badewanne über das gesamte Zimmer bis hin zur eigenen Terrasse, ist im Majestic alles möglich. Für noch mehr Wohnlichkeit sorgt überdies die großzügige Raumgestaltung der „Loft Rooms“, wo neben sechs Meter hohen Decken und einem Wohnerlebnis auf zwei Ebenen auch ein privater Garten für zusätzlichen Freiraum sorgt. Hochgehandelte Pop-Art-Gemälde, kleine Bilder und versteckte Botschaften setzten überdies im gesamten Gebäude charakteristische Akzente, während  die in allen Zimmern auffindbare Docking-Station für ein begehrtes MP3-Player-Modell bei so manchem Zeitgenossen für weitaus größere Begeisterung sorgt.

Kaum weniger verheißungsvoll offenbart sich daneben der Restaurantbereich. Nicht nur, dass  im Eingangsbereich eine Skulptur des bekannten chinesischen Bildhauers Cai Zhi Gong zu bewundern ist zeugt von Außergewöhnlichkeit, wie alsbald ein Blick an die Decke verrät, wo sich verschwommenen Blickes der Poolbereich aus einer ungewöhnlichen Perspektive präsentiert. Das wahre Glück an dieser Stelle ist und bleibt jedoch die unverwechselbare  Vielfalt und Exotik der modernen Kantonesische Küche. Wer es zu Tisch dagegen etwas intimer mag, kann ganz im Sinne asiatischer Tradition auch einen privaten Speiseräume für das abendliche Dinner reservieren. Zum Abschluss, wie zum Absacker empfiehlt sich zu guter Letzt ein Abstecher nach Nebenan, wo eine mit extravaganten Cocktails und gewitzten Kunstinstallationen überzeugende Gastrobar "Locals" wie "Newcomer" bis in die Morgenstunden verführt.  

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