Der Countdown läuft
Die Möglichkeit, den Uluru Kata Tjuta Nationalpark in Australien zu besuchen, ist zeitlich begrenzt, denn die australischen Aborigines haben ihre heilige Stätte, besser bekannt als Ayers Rock, der Öffentlichkeit nur für 99 Jahre ausgeliehen.Je nach Tageszeit, Witterung und Lichtverhältnissen zeigt sich der Uluru, besser bekannt als Ayers Rock, in einer anderen Tönung. Seine Farben wechseln von glutrot bis hellbraun – bei Regen wirkt er sogar hellgrau. Diese magisch wirkende Farbenpracht lässt nicht nur die Aborigines glauben, dass er besondere Kräfte besitzt. Auch fremde Besucher werden von der Magie dieses Riesen in seinen Bann gezogen. Der Uluru bietet somit bis heute Anlass für immer wieder neue Legenden.
Der Uluru ist das bekannteste natürliche Wahrzeichen Australiens. Er ist umgeben von dem etwa 125.000 Hektar großen Uluru Kata Tjuta Nationalpark und liegt an der Südgrenze des Nord-Territoriums des Kontinents.
Neben dem berühmten Felsen verleiht der Kata Tjuta, der Mount Olga, dem Nationalpark seinen Namen.
Im australischen Outback ragt der gewaltige Monolith etwa 350 Meter über den Erdboden hinaus und ist in Wirklichkeit sogar noch wesentlich größer. Denn Gerüchten zufolge ist er sogar noch bis zu 5000 Meter im Boden versunken.
Die Geschichte und heutige Situation des Nationalparks ist einmalig: Denn wer das 1987 von der UNESCO ernannte Weltnaturerbe selbst bewundern will, darf damit nicht allzu lange warten. Da die Region des Nationalparks für die Ureinwohner von großer kultureller Bedeutung ist und der Uluru für die Aborigines gar ein Heiligtum darstellt, gehört das Territorium seit 1976 durch eine politische Initiative zum Schutz der Ureinwohner ihnen. Im gleichen Jahr entschlossen sich diese allerdings dazu, das Gebiet des Nationalparks mitsamt ihrer heiligen Stätte dem National Park & Wildlife Service für den Tourismus auszuborgen. Dies jedoch nur für 99 Jahre.
Der Countdown läuft also für alle Besucher, die sich einen genaueren Einblick über den gewaltigen Naturstein verschaffen und seine Magie selbst spüren wollen. Ein Teil dieser Märchenwelt ist auch die Tatsache, dass der Nationalpark durch seinen grünen Vegetationsstreifen besticht, obwohl er von Wüstenklima geprägt ist. Tiere und Pflanzen haben sich an das Klima im ernannten Weltkulturerbe angepasst und bilden heute ein einzigartiges Biotop.
Für Australien-Touristen ist der Besuch dieser vielfach ausgezeichneten Region ein Muss. Der Nationalpark befindet sich zwar etwa 1400 km südlich von Darwin, jedoch nur 440 km entfernt von der nördlichen Stadt Alice Springs. Der Stuart Highway beispielsweise verbindet die Küste mit dem Outback und ermöglicht somit Individualreisenden eine abenteuerliche, aber sichere Überlandfahrt auf mittlerweile asphaltierten Straßen. Eine Anreise im regulären PKW ohne Allradantrieb ist also möglich. Noch authentischer kann man die Besonderheit des Nationalparks erleben, wenn man an einer Tour mit einem Aborigine-Ranger teilnimmt.
Die wichtigste Ansiedlung inmitten der Uluru-Region ist Yulara. Als Touristensiedlung mit etwa 2000 hauptsächlich Saisonarbeitern, die für den Zugang zu den Weltnaturerben errichtet wurde, ist sie mittlerweile auf mehrere Hotelanlagen und Restaurants angewachsen, die ganzjährig auch Pauschal-Reisegruppen aufnehmen. Das kleine Dorf ist heute sogar unter anderem von Sydney, Perth, Melbourne und Cairns mit dem Flugzeug erreichbar.
Da im Uluru Kata Tjuta-Nationalpark großen Wert auf die Wahrung der Natur einerseits und der Kultur der Ureinwohner andererseits gelegt wird, sind die Regeln im Park sehr restriktiv. Ihre Überschreitung wird mit hohen Geldstrafen geahndet.Für uns eher ungewöhnlich sind Verbote wie beispielsweise das Fotografieren der heiligen Stätten, sowie das Besteigen des Uluru.
Da niemand weiß, ob man nach Ablauf der 99 Jahre je wieder Zugang zu dem außergewöhnlichen Gebiet haben wird, lohnt es sich in jedem Fall, die Magie des Uluru selbst zu erleben…
text: laura schneider, foto: © Alexander von Deuersen – Fotolia.com
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