Wo die Liebe unendlich wird...

Über zwei Jahrzehnte lang war das Taj Mahal nachts für die Öffentlichkeit geschlossen. Heute können Besucher ihre Liebe wieder in dem wohl romantischsten Bauwerk der Welt besiegeln – bei Tageslicht oder im Mondschein.

Die indische Stadt Agra liegt etwa 200 Kilometer südlich von der Hauptstadt Neu Delhi am Ufer des Flusses Yamuna im Bundesstaat Uttar Pradesh. Zwar ist Agra mit knapp 1,5 Millionen Einwohnern eine für unsere Verhältnisse große Stadt und hat auch für die Inder als ehemalige Hauptstadt des Mogulreiches, sowie durch die vielen besonderen Bauten der Großmogulen eine gewisse Bedeutung. Weltberühmt ist die Stadt heute jedoch aufgrund eines einzigen Bauwerks: Das Taj Mahal, der „Kronen-Palast“ ist das berühmteste Gebäude Indiens und ein Wahrzeichen der ewigen Liebe, das seinesgleichen sucht.

Über den Flughafen Agra Kheira ist das stolze Haus eines der „neuen sieben Weltwunder“ von allen indischen Städten aus, sowie international problemlos erreichbar. Darüber hinaus verbinden zahlreiche Zug- und Busverbindungen die Stadt mit den anderen touristischen Gebieten Indiens, darunter die komfortablen und vergleichsweise pünktlichen Züge Shatabdi und Rajdhani Express. Für eine etwa 350 Kilometer lange Fahrt beträgt der Preis inklusive Essen faire zehn Euro. Für die vielen Rucksacktouristen stellen viele Low Budget- und Mittelklasse-Hotels eine geeignete Unterkunft dar. Besonders zu empfehlen sind das Hotel Sunrise und das Hotel Amar, die sich beide in der Stadt befinden.

Obwohl sich in Agra viele architektonisch hoch interessante Paläste und Mausoleen befinden, bei deren Besichtigung man sich wie in das 16. Jahrhundert zurückversetzt fühlt, ist der Hauptgrund, aus dem jährlich fast eine halbe Millionen Menschen in die Stadt pilgern, das populärste Mausoleum der Welt.

Für alle, die sich schon am Abend zuvor auf ihren Besuch beim Taj Mahal vorbereiten wollen und dazu über das nötige Kleingeld verfügen, ist das Luxushotel Taj View ein absolutes Muss. Nur einen Kilometer vom gigantischen Marmorpalast gelegen, ermöglicht es seinen Gästen einen unvergesslichen Blick direkt auf die weiße Kuppel, die ihre Gestalt im Farbenspiel der untergehenden Sonne im Minutentakt zu verändern scheint.

Das Taj Mahal wurde im Auftrag vom Großmogul Schah Jehan zwischen 1632 und 1654 als Grabmal für seine um 1630 gestorbene Lieblingsfrau Mumtaz Mahal von rund 20.000 Handwerkern aus ganz Asien unter der Leitung von Abu Fazel erbaut. Die vier um das 58 Meter hohe Hauptgebäude, in dessen Marmor knapp 30 verschiedenen Edelsteinarten eingefügt wurden, angeordneten Minarette sind leicht geneigt, damit sie im Falle eines Erdbebens nicht auf den Palast stürzen. Außerdem befindet sich in westlicher Himmelsrichtung, die die Richtung des Mekka anzeigt, eine Moschee. Dazu symmetrisch befindet sich im Osten ein Gästehaus.

Die Wände des Taj Mahal, das 1983 zur Liste der UNESCO-Weltkulturerben hinzugefügt wurde, werden von zahlreichen Inschriften geschmückt.

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