Im Schatten der Beton-Riesen
Weltweit ist Hong Kong als Wirtschaftszentrum mit riesigen Wolkenkratzern, hochmodernen Shopping-Centern und High-Technologie bekannt. Was jedoch zum Vorschein kommt, wenn man den Blick hinter die hohen Wände der Stadt wagt, ist überraschend.Hong Kong gilt als Synonym für eine endlos in den Himmel ragende Skyline, in deren Schluchten das hektische Leben unzähliger Geschäftsleute dominiert. Im Gegensatz zu anderen Handelszentren ist es hier sogar nicht nur die Skyline, die mit riesigen Gebäuden protzt. Auch hinter den Prachtstraßen, außerhalb der Hotel- und Bankenviertel, selbst wenn man Downtown verlässt, scheinen die Beton-Riesen kein Ende nehmen zu wollen. Was sich nachts in ein atemberaubendes Lichtermeer verwandelt, ist tagsüber eine graue Steinwüste mit vielen Dächern und Spitzen. Jedes einzelne Gebäude scheint dabei mit seinen Nachbarn um den Titel des höchsten Hauses zu konkurrieren. Platz für die Natur bleibt somit kaum. So wirkt es zumindest auf den ersten Blick. Wagt man jedoch einen zweiten Blick und ist bereit dazu, die Faszination über die gigantischen Bauwerke für einen kurzen Moment außer Acht zu lassen, wartet eine besondere Überraschung. Denn die Fläche Hong Kongs ist grüner als man ahnt und die eigentlichen kulturellen Besonderheiten liegen versteckt in der Vielfalt der Natur.
Tatsächlich bestimmen die Skyscrapers, die Wolkenkratzer, eindeutig die Silhouette der heutigen Sonderverwaltungszone der Volksrepublik China. Das an der Mündung des Perlflusses ins Südchinesische Meer gelegene Gebiet setzt sich aus einer Halbinsel und 262 Inseln zusammen. Unterteilt wird es in Hong Kong Island, Kowloon, die nördlichen New Territories und die vorgelagerten Outlying Islands. Von dem bergigen, mit schroffen Hängen versehenen Territorium, das nur ein wenig größer ist als Berlin, sind nicht einmal 30 Prozent urbanisiert. Und trotzdem leben hier über sieben Millionen Menschen, von ihnen etwa 95 Prozent Chinesen. Wenn man diese Verhältnisse bedenkt ist es nicht überraschend, dass Hong Kong zu den am dichtesten besiedelten Gebieten der Welt zählt. Die Notwendigkeit der Hochhäuser erklärt sich dadurch ebenfalls von selbst. Denn seit das Gebiet Mitte des 19. Jahrhunderts zur britischen Kolonie ernannt wurde, hat sich seine Bevölkerung vertausendfacht. Die Probleme mit dem geringen Wohnraum werden also durch den Bau von platzsparenden Gebäuden versucht zu lösen, die möglichst vielen Menschen ein Zuhause bieten sollen. Dementsprechend hoch ragen die Mauerwerke seit Jahrzehnten in die Luft. 518 Wolkenkratzer, darunter das fünfthöchste Gebäude der Welt, bestimmen heute das Landschaftsbild. Alleine Tokio ist noch stärker gen Himmel gebaut.
Umso verblüffender ist die Tatsache, dass Hong Kong trotz seiner großen Bevölkerungsdichte eine der grünsten Metropolregionen Asiens ist. Sein unbebaubares hügeliges, oft steiles Territorium ist von grüner Vegetation bedeckt und auch die vorwiegend kleineren Inseln der Outlying Islands faszinieren mit fast unberührter Natur. Noch überraschender ist, dass 40 Prozent der Gesamtfläche als Landschaftsparks ausgewiesen und sogar mehr als 70 Prozent als Grünfläche eingestuft sind. Ganz Hong Kong ist also übersät vom Grün, das zum Spazieren gehen, Wandern und Picknicken einlädt und dessen Flora und Fauna geschützt sind. Darüber hinaus gibt es ganze Naturschutzreservate für Wälder, Wildtiere und Meereslebewesen.
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Las Vegas |
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