Pack die Lederhose ein
Warum zum Kurzurlaub in die Ferne schweifen, wenn sich in Bayern zum 175. Mal das größte Volksfest der Welt ereignet? Rund sechs Millionen Besucher lassen sich alljährlich zum Biergenuss mit Hendl, Schweinshaxe und Blasmusik verführen – Grund genug wenigstens einmal selbst mit dabei zu sein.Pünktlich um 12 Uhr eröffnete Münchens OB Christian Ude am Samstag den 20. September das 175. Münchener Oktoberfest mit einem legendären Bieranstich. Gerade einmal zwei Schläge benötigte der amtierende Bürgermeister bis zur Verkündung des weltbekannten Ausspruch „O‘ zapft is“. Der bayerische Ministerpräsident Günter Beckstein durfte sich dagegen traditionell mit der ersten Maß begnügen. Zwischenzeitlich sollen bis zum 5. Oktober, dem letzten Tag der Wiesn-Festlichkeiten, rund 60.000 Hektorliter frisch gezapftes fliesen. Dahinter verbirgt sich zweifelsohne eine „mortz Gaudi“, wie der Bayer zu sagen pflegt, für die der trinkfeste Wiesn-Besucher jedoch tief in die Tasche greifen muss: zwischen 7,80 € und 8,30 € soll die Maß in diesem Jahr kosten. Ein stolzer Preis für ein besonderes Bier, denn das Wiesn-Bier, traditionell auch Märzen genannt, wird von den Münchener Brauereien eigens für das Oktoberfest und deshalb mit mehr Stammwürze und somit auch mit höherem Alkoholgehalt gebraut. Genau genommen besinnt man sich dabei auf eine lange Tradition, die bis in 19. Jahrhundert zurück reicht, als der Brauvorgang auf Grund mangelnder Kühlmöglichkeiten nur zwischen September und April möglich war. Dabei mussten vor Beginn einer jeden Brau-Saison zunächst die eingelagerten Restbestände aufgetrunken werden, womit schon bald die Geburtsstunde des Oktoberfests beschlossen war.
Auch heute noch gilt allem voran das Bierzelt als unübertroffenes Highlight auf dem Oktoberfest. Mit vierzehn großen Festhallen, die alle unter der Vorherrschaft der sechs großen Münchener Brauereien stehen, stellt sich insbesondere für Wiesn-Neulinge die Frage nach der richtigen Bierzelt-Wahl. Ein weitaus schwierigeres Problem könnte sich jedoch bereitsdamit ergeben überhaupt in eines der Zelte zu gelangen. Denn gerade am Wochenende und zu den Abendstunden sind die Kapazitäten der Festhallen schnell erschöpft. Wer langes Warten oder die Pleite eines andauernden Einlasstops vermeiden möchte, sollte deshalb am besten im Voraus reservieren – und sich dabei nach Möglichkeit gleich ein passendes Zelt aussuchen.
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