Die Stadt in der Stadt
Egal, ob die Berliner Reichstag Kuppel, das Londoner Wembley Stadion, oder Teile des Pekinger Flughafenterminals T3 – sie alle gehen auf das Konto des weltbekannten Star-Architekten Sir Norman Foster. In Moskau dagegen soll der Brite schon bald den Bau des größten Gebäudes der Welt inszenieren.Auf der Nagatino Halbinsel, inmitten des Moskwa-Flusses, nur wenige Kilometer vom Kreml entfernt, soll nach Angaben der Architektur-Giganten Foster & Partners bis 2014 die letzte Bauphase des bis dahin 2,5 Millionen Quadratmeter umfassenden Gebäudes abgeschlossen werden. Mit 450 Metern Höhe soll die Prestigebaute zudem ganz am Rande zu den höchsten Gebäuden der Welt gehören. Für die Moskauer Bevölkerung, besser gesagt für Russlands neue Reiche, soll das Projekt Crystal Island neben der in Russland gern praktizierten Superlative eine Vielzahl von kulturellen, wie unterhaltsamen Angeboten liefern. Von 3000 Hotelzimmern über 900 Appartements, bis hin zu diversen Büros, Shops, Theatern wie Ausstellungsflächen und einer internationalen Schule für 500 Absolventen, soll die Stadt in der Stadt alles bieten, was der moderne Mensch von Morgen braucht, um in dem neuen Wohngebiet nicht das geringste bisschen größstädtischer Normalität zu vermissen.
Angefangen bei einem umliegenden Park soll sich das Bauwerk wie ein breitgezogener Turm nahtlos zu einem gigantischen, spitz zulaufenden Trichter aus Stahl und Glas in die Luft erheben. Auf dem Weg zur Spitze sollen auf dem ersten, wie dem zweiten Drittel zudem zwei öffentliche Aussichtsplattformen für ein beeindruckendes Panorama über Moskau sorgen. Was die Energieversorgung betrifft, denkt man wie zu erwarten auf voller Linie ökologisch. Hierbei soll das aus einzeln steuerbaren Platten zusammengesetzte Äußere die natürliche Belüftung in den Sommermonaten und entsprechende Isolierung in den Wintermonaten ermöglichen. Darüber hinaus wird durch ein Zwei-Schichten-System ein zusätzlicher Schutz vor Klimaschwankungen geboten, wonach die äußere Fassade durch riesige Wintergärten von dem eigentlichen Innenraum getrennt werden soll.
Wann mit dem Baubeginn zu rechnen ist und wer das rund 4 Billionen Dollar schwere Projekt finanzieren wird, ist von offizieller Seite jedoch noch nicht bekundet.
text: von franziska lauer
foto: foster + partners
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