Das Märchen-Land

Seit wenigen Jahren erst werden regelmäßig Reisen in das Sultanat Oman angeboten. Als starker Kontrast zu den anderen Ländern der Arabischen Halbinsel begeistert die „arabische Oase“ heute immer mehr Besucher.

Wenn man das Gebäude des Flughafens Seeb International im Sultanat Oman verlässt und sich auf den Weg in die Hauptstadt Muscat macht, vergisst man schnell die Welt um sich herum. Die Straßen in die Stadt hinein werden auf beiden Seiten von imposanten Bäumen und tropischen Pflanzen mit bunten Blüten gesäumt. Zwischendrin thronen die für die arabische Welt typischen Keramik-Figuren, darunter Skulpturen des weißen Oryx, arabische Kaffeekannen sowie verschiedene Embleme. Spätestens dann, wenn sich der Anblick auf die weiße Architektur eröffnet, die im perfekten Einklang mit den schroffen, grauen Gebirgsfelsen den Küstenstreifen ziert, fühlt man sich wie in einem Märchen aus 1001 Nacht.

Märchenhaft wirkt nicht nur Muscat, sondern das gesamte Land an der südöstlichen Ecke der Arabischen Halbinsel durch seine paradiesische Vielfalt, tatsächlich. Erst seit 1999 werden in Europa Rundreisen in den Oman angeboten – mit heute stetig wachsender Beliebtheit. Denn das Land der absoluten Monarchie bietet seinen Besuchern unterschiedlichste attraktive Urlaubsmöglichkeiten und Werte, die in den anderen Staaten der arabischen Halbinsel im letzten Jahrhundert zunehmend vergessen oder abgeschafft wurden.

In dem seit 1970 vom Sultan Qaboos bin Said regierten Land begeistern schroffe Gebirgszüge und Schluchten genauso wie grüne Oasen, karge Wüsten und malerische Strände. Die Architektur ist in allen Landesteilen einzigartig. Sie spiegelt die jahrtausende lange Geschichte des wenig besiedelten Staats wider, die wahrscheinlich sogar schon nach der Eiszeit um 12.000 v.Chr. begann. Nicht zu unrecht nennen die Einwohner ihr Land den „Ort des Anfangs der Menschheit“, da archäologische Funde tatsächlich darauf schließen lassen, dass eine Verbindung zu Mesopotamien, der „Wiege der Zivilisation“, besteht. Die Bauweise ist bis heute Zeugnis dieser langen und spannenden Geschichte. Denn nicht nur die für Arabien charakteristischen kleinen, weißen Häuser und fürstlich geschmückten Türme der Moscheen und Minarette, sondern auch ehrwürdige Festungen und Forten, luxuriöseste Hotels, wie auch die Ruinen alter Lehmstädte, prägen das Stadtbild.

Sultan Qaboos bin Said hat den Oman seit seinem Amtsantritt in ein modernes, aufgewecktes und fortschrittliches Land verwandelt, das sehr touristenfreundlich ist. Darüber hinaus ist es politisch wohl eines der sichersten der gesamten arabischen Welt. Er revolutionierte außerdem das komplette Sozialwesen und Gesundheitssystem – heute sind sowohl alle Schulen, wie auch medizinischen Behandlungen kostenlos.

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