Willkommen bei den Sch’tis
Da wird doch Louis de Funés glatt einen seiner berühmten Tobsuchtsanfälle im Grab bekommen, bis die Sargdecke rumpelt.War bislang der Funés-Spaß "Die große Sause" der erfolgreichste französische Film aller Zeiten im Inland, hat ihn nun Dany Boons Komödie mit 20 Millionen Zuschauern überholt. Und das mit einer einfachen, aber beliebten Geschichte: Der Postbeamte Philippe (Kad Merad) wird aus der sonnigen Provence in den ungeliebten hohen Norden strafversetzt. Ein wahrer Alptraum für jeden mit ordentlichen Vorurteilen ausgestatteten Südfranzosen. Der komödiantische rote Faden ist hier das praktizierte "Chti", jene merkwürdige und nuschelige Mundart der Nordfranzosen, mit denen selbst gestandene Muttersprachler zu kämpfen haben. Wider Erwarten wird der Lokaldepp und Neukollege Antoine (Regisseur Dany Boon) zum neuen, besten Freund des anfangs skeptischen Philippe. Christoph Maria Herbst, der Antoine synchronisiert, überzeugt dabei in dem Versuch, die französische Mundart ins Deutsche zu übertragen. Wie ein Schwabe nach dem Kieferbruch klingt das. Und auch der Humor ist ein guter. Auch wenn die regionalen Befindlichkeiten und Eigenarten wohl nur von echten Frankreichkennern einwandfrei zu entschlüsseln sind, freut sich der normale Kinogänger über angenehm Slapstick-freie und kurzweilige Komödienunterhaltung, die den Lokalkolorit auch für Outsider verständlich macht. Darüber wird man auch hierzulande herzlich lachen. (ds)
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