Chinesische Kunst

Dass China ökonomisch eine Weltmacht ist, wissen wir schon länger. Die kulturelle Bedeutung insbesondere der dortigen Kunstszene aber wird immer wieder vergessen.

Dabei ist China einerseits durch den Wirtschaftsaufschwung ein wichtiger Markt für westliche Künstler, andererseits werden auch immer mehr chinesische Künstler in Europa bekannt. Was sicher mit daran liegt, dass diese auch für den westlichen Geschmack verhältnismäßig leicht konsumierbar sind; zudem aber ist die bildende Kunst in der Volksrepublik eine der wenigen Nischen, die offene Kritik am repressiven politischen System zulassen. Im Vergleich zu dieser Bedeutung setzten sich in Deutschland bislang recht wenige Museen mit dem Thema auseinander. Zwar versuchte die Hamburger Kunsthalle vor zwei Jahren mit der Ausstellung „Mahjong“ einen umfangreichen Überblick über die chinesische Gegenwartskunst, jedoch war dies weniger kritische Analyse eines Phänomens als vielmehr Präsentation der Schweizer Sammlung Sigg. In Koblenz geht man einen anderen Weg: Die Sammlung Ludwig besitzt seit einer 1996 erfolgten Schenkung an das National Museum of China enge Kontakte zu lokalen Künstlern und Ausstellungsmachern und kann so gleichzeitig international erfolgreiche Stars wie Yue Minjun und in Europa so gut wie unbekannte Undergroundkünstler in der Bundesrepublik präsentieren – wobei man nicht den Fehler machen sollte, den westlichen Underground-Begriff ungeprüft auf fernöstliche Verhältnisse anzuwenden.

9. 11. bis Januar 2009, Ludwig Museum, Koblenz

Unsere Abbildung zeigt Ji Dachuns „Birdy Flora“ (2006).

© bunkverlag GmbH


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Dieser Artikel entstammt der Zeitschrift U_mag, dem Magazin für Popkultur und Gegenwart. Mehr auf www.umagazine.de

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