Nightlife, Feste und Folklore

Am fünften Januar feiert ganz Sevilla mit einem großen Umzug die Ankunft der Heiligen Drei Könige. Menschen aus aller Welt erleben, wie in der spanischen Stadt Tradition und Moderne miteinander verschmelzen.

“Bienvenidos Reyes Magos” – Herzlich Willkommen, Ihr Heiligen Drei Könige. Von unzähligen prachtvoll geschmückten und beleuchteten Festwagen aus werfen jeweils drei gekrönte Männer und ihre Diener und Hofdamen mehrere tausend Kilo Süßigkeiten in die Menge. Die Straßen sind voll, die Stimmung fröhlich und die schaulustigen Massen friedlich. Ein Geruch von Weihrauch und Myrrhe liegt über der gesamten südspanischen Idylle. Es ist der fünfte Januar und Sevilla feiert den Einzug der Heiligen Drei Könige in die Stadt. Seit 1918 veranstaltet die Hauptstadt der Provinz Andalusien den alljährlichen Umzug – er ist einer der größten und ältesten des ganzen Landes und zieht seit nun über 90 Jahren zehntausende Besucher an. Für jeden ist der Umzug der Reyes Magos etwas Besonderes: Die Kinder freuen sich auf ihre Geschenke einen Tag später, die Erwachsenen sind beeindruckt vom Schmuck und den Kostümen der farbenfrohen Parade. Spanier leben an diesem Nachmittag ihre alte, religiöse Tradition und Touristen genießen ein besonderes kulturelles Event bei milden Temperaturen. In Sevilla werden Anfang Januar Moderne und Tradition Eins – und dies vor einer einzigartigen Kulisse.

Mit einer durchschnittlichen Tagestemperatur von 15 Grad im Januar zählt Sevilla zu den heißesten Städten Europas. Am südlichen Zipfel der iberischen Halbinsel gelegen gibt es hier knapp 3000 Sonnenstunden im Jahr. Aber nicht nur das Klima macht die alte Stadt zu einem der bedeutendsten Touristenmagneten Spaniens. Die nach der Legende vom griechischen Helden Herakles gegründete Siedlung ist seit jeher ein wichtiger Industrie- und Handelsplatz, sowie Spielstätte vieler historischer Ereignisse. Beispielsweise ist Kolumbus von einem nahegelegenen Hafen aus aufgebrochen, um „die neue Welt“ zu entdecken. Nach der Eroberung Lateinamerikas erreichten die Schiffe Europa in Sevilla und luden in den Türmen der ehemaligen Stadtmauer das ergatterte Gold und Silber ab. Bis heute sind die beiden „Torre del Oro“ und „Torre de la Plata“ zwei der vielen Sehenswürdigkeiten Sevillas. Der Goldturm beherbergt außerdem eines der schönsten Schifffahrtsmuseen weltweit.

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