Wie der Himmel so blau

Der blaue Himmel über San Francisco hat Konkurrenz bekommen. Der Stararchitekt Daniel Libeskind hat an dem neuen "Contemporary Jewish Museum" seine unverkennbare Handschrift hinterlassen. Ein zackig-gewagtes Rechteck, leicht gekippt, ist das Aushängeschild des neuen Jüdischen Museums in San Francisco.

Typisch für Libeskinds Bauwerke sind die spitzen Winkel und schrägen Fenster. Glänzende, blaue Fassaden stehen im Kontrast zu Wänden aus Beton. Das einladende Foyer ist ein harmonisches Zusammenspiel aus Schrägen und konventionellen Atltbauwänden. Ein großer Teil des Inneren ist an dynamisch-runden Formen orientiert, um Klanginstallationen und Performances zu intensivieren. Ausstellungsräume mit senkrechter Wandinstallation dienen der Präsentation von Malerei und Skulpturen. Außerhalb des Gebäudes bricht das Sonnenlicht von San Francisco wie an einem geschliffenen Diamanten. Libeskind hat bereits das Jüdische Museum in Berlin entworfen und legt großen Wert darauf, ein Museum nicht ausschließlich als funktionalen Raum zu betrachten. Ein breites Publikum soll dafür sensibilisiert werden, dass nicht nur die ausgestellten Exponate, sondern das Museum selbst als eigenständiges ästhetisches Erlebniss verstanden wird. Architektur ist Ausdruck von Geschichte. Libeskind wurde seinem Auftrag gerecht und inszienierte mit seinem Bauwerk ein Stück jüdischer Historie. Hierzu dienen symbolträchtige Formen, wie die beiden blauen Prismen mit den hebräischen Buchstaben  Chet und Yud, die zusammen das Wort Chai (lebendig) ergeben. Es sollte ein Ort geschaffen werden, der jüdisches Leben feiert und Kreativität versprüht.

text: von franziska bruchhagen

foto: courtesy jüdisches museum


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