Abstrakt

Auch Thomas Huber arbeitet abstrakt – und ist doch viel eindeutiger dem konkreten Raum verbunden wie Ernst Wilhelm Nay.

Die Gemälde des 1955 geborenen Schweizers sind eigentlich architektonische Strukturen. Die für Tübingen gemeinsam mit dem Herforder MARTa konzipierte Ausstellung zeigt – vereinfacht ausgedrückt – gemalte Quadrate, deren Winkel durch die Perspektive verschoben werden, bis sich Rauten bilden. Was bedeutet, dass Huber die räumliche Struktur so stark in die abstrakten Gemälde eingreifen lässt, dass deren Charakter vollkommen verändert wird. Also: keine Abstraktion mehr, eher eine Installation, die den Raum zwingend für die künstlerische Wahrnehmung benötigt. Auf jeden Fall ein origineller Ansatz – und der Ausstellungstitel „rauten traurig“ beweist, dass zumindest die Sprachmusikalität nicht unter Abstraktion zu leiden braucht.


Kunsthalle Tübingen, 17.Januar bis 19. April 2009

Unsere Abbildung zeigt „Große Rauten“ (2005).  Abb.: © Private Collection, Cologny, Schweiz


© bunkverlag GmbH


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Dieser Artikel entstammt der Zeitschrift U_mag, dem Magazin für Popkultur und Gegenwart. Mehr auf www.umagazine.de

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