Man Son

Ende der 1960er-Jahre kam das Böse in die Alltagskultur. Die abschreckende Fratze des Vietnamkriegs wurde sichtbar, die Studentenbewegung radikalisierte sich und im Pop wurde aus der friedlichen Woodstock-Idylle der Gewaltexzess von Altamont.

Symbolisch für diesen Verlust friedlicher Utopien stand Charles Manson, ein US-Hippie, dessen sektenartig geführte „Manson Family“ 1969 mordend durch die kalifornische High Society zog. Manson bezeichnete sich selbst zeitweise als „Man Son“, also als „Menschensohn“, was einen Bezug zum christlichen Bild des Schmerzensmanns herstellt. Die Hamburger Kunsthalle untersucht den Umgang mit Extremen in der Kunst und geht in dieser Suche zurück auf Mansons Selbststilisierung, ohne zwingend eine Ausstellung über Manson oder über die Kunst der 60er zu sein – jemand wie die Polit-Pop-Künstlerin Josephine Meckseper (unsere Abbildung zeigt „RAF Tray“, 2002) hätte dort auch nichts verloren. Thema ist vielmehr der Moment, in dem sich eine Aktion durch den Einsatz von Gewalt in ihr Gegenteil verkehrt – der „Schrecken der Situation“ (so der Untertitel der Ausstellung) wird fühlbar.

30. 1.–26. 4., Hamburger Kunsthalle
Abb.: © Courtesy Galerie Reinhard Hauff
© bunkverlag GmbH


.. gefunden in:

Dieser Artikel entstammt der Zeitschrift U_mag, dem Magazin für Popkultur und Gegenwart. Mehr auf www.umagazine.de

Kostenloses Probeabo
Exklusiv nur für Qdos-Member und die, die es werden wollen: Qdos liefert Euch die zwei nächsten Ausgaben des U_mag direkt nach Hause! Selbstverständlich kostenlos und völlig unverbindlich. Einfach hier die Mitgliedschaft beantragen!.


weitere Aktikel


Das Erbe des Meisters

Er hat den Chaise Longue revolutioniert und ist als einer der bedeutendsten Architekten des 20. Jahrhunderts in die Geschichte eingegangen. Bis heute wirkt sich das Lebenswerk von Le Corbusier auf die zeitgenössische Architekturentwicklung aus. Eine Ausstellung in Berlin zeigt ein umfassendes Panaorama seiner Werke.


> weiter
 

Obama On My Mind

Nach den ersten einhundert Tagen der Präsidentschaft Barack Obamas widmet das Berliner Museum „The Kennedys“ dem neuen amerikanischen Präsidenten eine schillernde Sonderausstellung.


> weiter
 

A Photographer’s Life

Noch bis zum 24. Mai 2009 präsentiert das „International Forum For Visual Dialogues“ in Berlin die bisher spektakulärste Retrospektive anlässlich dem Lebenswerk der amerikanischen Fotografin Annie Leibovitz.


> weiter
 

Login

Username & Passwort:

Passwort vergessen?